Community Membership

Community

Was bedeutet eigentlich die Community Membership? Ehrlich gesagt war uns das auch nicht immer so klar. In diesem Artikel erfährst du, wie wir bereits vor Eröffnung des Effingers so einige Änderungen in unserer Membership-Struktur gemacht haben.

Von der Gönnerschaft zur Membership

Alles begann, als wir gefragt wurden, ob man uns irgendwie unterstützen könnte, zum Beispiel auch finanziell (danke Reto!). Warum eigentlich nicht? Also führten wir eine Gönnerschaft ein. Bald merkten wir aber, dass das irgendwie nicht so ganz passt. Bei der Gönnerschaft geht es vor allem um eine Geldspende. Wir wollten aber, dass Leute näher dran sein können. Dass man sich voll zur Community zählen kann, auch wenn man gar keinen Arbeitsplatz im Effinger braucht.

Also tüftelten wir weiter: Wir studierten, wie es andere machen, diskutierten, ob wir mit einem gratis Coworking-Tag die Gönner stärker involvieren könnten und ob wir ein hohes oder tiefes Preisschild dranhängen sollten.

Wir entschieden uns im November, die Gönnerschaft mit einer Community Membership zu ersetzen. Diese kostete CHF 250 pro Jahr. Dazu packten wir 12 Kaffees im Effinger und einen Zugang zu unserer Online-Plattform (Slack). Damit hofften wir, dass es ganz viele Begegnungen vor Ort und online geben würde. Auch wollten wir diese Personen als Member an Events einladen. Der finanzielle Beitrag sollte dazu beitragen, dass sie ohne schlechtes Gewissen von den Events und dem Netzwerk profitieren können.

Mitentscheiden, oder doch nicht?

Inzwischen waren wir 12 Personen, die im Effinger arbeiten und ihn mitbetreiben wollten. Auch hatten wir einen gehörigen Respekt aufgebaut zur Grösse von unserem Effinger-Projekt: Werden wir es schaffen, den Effinger aufzugleisen und zum Fliegen zu bringen?

Wir organisierten in der Folge unseren Verein so, dass wir nur Personen reingelassen haben, die sich auch für ein Arbeiten vor Ort und für das Mittragen des Betriebs verpflichtet hatten. Wir wollten nicht, dass Leute über uns bestimmen, die nicht selber von den Entscheidungen betroffen sind.

Damit haben wir uns aber etwas isoliert und drückten aus, dass zwar finanzielle und nicht-finanzielle Beiträge willkommen sind, aber dass sich Community Member trotzdem nicht so richtig dazu zählen dürfen. Entscheiden wollten wir dann doch selber. Das klingt nicht nach unserem Grundsatz des “Vertrauens”.

Geld, oder doch nicht?

Das zweite, was etwas störte, war der fixe Preis der Mitgliedschaft. Es fühlt sich recht komisch an, von einer Person eine jährliche Gebühr von 250 Franken einzufordern, wenn diese sich schon sehr grosszügig mit Zeit und anderen Ressourcen engagiert hat.

Den Geldbeitrag ganz abschaffen, wollten wir aber auch nicht. Ein solches Netzwerk aufzubauen, zu pflegen und nicht zuletzt mit dem Effinger einen gemeinsamen Treffpunkt zu schaffen, ist sehr aufwändig und kostet. Wenn jemand davon profitiert und sich dazu zählen möchte, darf man durchaus einen Beitrag erwarten. Ich glaube auch, dass man sich nur dann als Teil von etwas fühlen kann, wenn man in irgend einer Form zum Erfolg beigetragen hat.

Die neue Lösung

Wie können Community Member wirklich dazu gehören?

Wir haben uns entschieden, dass wir alle Community Member als volle Vereinsmitglieder aufnehmen wollen.

Entschieden wird weiterhin nach dem Beratungsprinzip: Alle dürfen im Rahmen ihrer Rollen alle Entscheidungen fällen. Die Bedingung ist lediglich, dass man vorher bei betroffenen Kolleginnen und bei Experten Rat einholt.

Nur bei grösseren Angelegenheiten entscheiden wir soziokratisch als ganzer Verein: Jemand präsentiert einen Vorschlag, welcher diskutiert wird. Falls niemand einen schwerwiegenden Einwand äussert, gilt der Vorschlag als angenommen.

Neu führen wir eine Bedingung für Einwände ein: Ein Einwand ist nur dann gültig, wenn er von einer Person kommt, die eine Rolle hat, die direkt davon betroffen ist (dieses Prinzip stammt von Holacracy - danke Daniel für den Hinweis).

Wenn du das erste Mal über Rollen, Beratungsprinzip und Soziokratie liest, findest du in diesem Blogartikel weitere Informationen dazu.

Wie können wir den “richtigen” Mitgliedschaftsbeitrag definieren?

Eine Community lebt vom Engagement und den Beiträgen der Mitglieder. Wer in welcher Form und wie viel beiträgt ist nicht messbar (zum Glück?). Am ehesten kann das jede Person selber einschätzen. Deshalb wollen wir es den Community Membern selber überlassen, was sie beitragen möchten, sei es in Geldform oder durch persönliches Engagement.

Wir haben uns entschieden, dass wir die CHF 250 im ersten Jahr beibehalten. Ab dem zweiten Jahr bestimmt jede Person selber, wie viel sie mit Finanzen zum Gedeihen der Community beitragen möchte (zwischen CHF 0 und CHF 500). Der Betrag soll sich “richtig” anfühlen.

Was bedeutet das nun?

Was bedeutet es also, wenn du Community Member bist?

  • Du darfst dich zur Community dazu zählen, bist jederzeit herzlich willkommen und erhältst ein Stück Heimat im Effinger.
  • Im Effinger werden dir 12 Member-Kaffees pro Jahr offeriert.
  • Du wirst Mitglied des Vereins “Coworking Community Bern” und darfst diesen mitprägen, indem du Verantwortung für Rollen übernimmst und mitentscheidest in Bereichen, die dich betreffen.
  • Du bekommst Zugang zu unserer Online-Plattform. Dort kannst du alle Leute aus der Community direkt anschreiben, kannst Fragen stellen, kannst live mitverfolgen, was läuft und Einfluss nehmen oder dich einfach inspirieren lassen.

Heute, Anfang März 2016, sind wir 38 Community Member. Davon sind 14 Personen durch ihre Rolle direkt verantwortlich für den Betrieb des Effingers (die Effianer).

Wir sind zuversichtlich, dass sich die Community mit der neuen Form der Membership gesund weiterentwickeln wird. Ja, wir wussten auch nicht immer so genau, was Community Membership bedeutet. Wie so oft haben wir ein Gefühl für die ungefähre Richtung, die wir einschlagen sollen und auf dem Weg dorthin wird das Bild klarer.

Was denkst du dazu? Hilfst du mit, die Effinger Community für noch mehr Personen (und für dich) zu etwas Wertvollem werden zu lassen?

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